Ändert sich unser Reiseverhalten durch Corona?

Ändert sich unser Reiseverhalten durch Corona?

Für die meisten gehört das Reisen selbstverständlich zum Leben. Doch durch Corona hat sich das schlagartig geändert. Für einen Moment stand die Reisewelt gefühlt komplett still und auch jetzt können wir immer noch nicht uneingeschränkt verreisen. Was macht das mit uns? Ändert sich unser Reiseverhalten nach Corona?

Mit diesem Bericht nehme ich an der Blogparade von Valerie teil, die wissen will, ob sich unser Reiseverhalten verändert.

Mal eben rüber zum Einkaufen über die Grenze zum Nachbarland, ein Städtetrip über das Wochenende, Urlaub am Strand, eine lange angesparte Fernreise – das alles war vor einigen Monaten noch möglich. Dann kam der Lockdown und für mich ging die Welt unter, weil mir ein wichtiger Teil meines Lebens genommen wurde: das Reisen.
Als ich mir überlegt habe, ob Corona unser Reiseverhalten ändert, kam mir direkt nur ein Gedanke: Nein, never ever! Sobald die Normalität zurückkehrt, werde ich reisen wie immer. Wieso denn auch nicht?

Wie Corona mir einen Strich durch die Rechnung machte

Kurz bevor im März die Grenzen plötzlich dicht gemacht wurden, hatte ich gerade spontan meinen Flug nach Panama gebucht. In 2 Wochen sollte es losgehen. Ich war mitten in der Reiseplanung und träumte schon davon, wie ich Cocktails schlürfend am Strand liege und die Seele baumeln lasse. Corona war zwar schon ein Thema, aber das es solche Ausmaße annehmen würde, war nicht abzusehen. Wie denn auch, wenn es so etwas vorher noch nie gab?
Und dann ging alles ganz schnell und es stand fest: Das wird nichts.
Ah, das wird sogar sehr lange nichts!

Aus der Traum vom Urlaub in Panama

Was sich an unserem Reiseverhalten ändert

Was macht man also, wenn man in seinen Gewohnheiten eingeschränkt ist? Richtig, man versucht, das Beste daraus zu machen. Not macht ja bekanntlich erfinderisch und so habe ich gemerkt, dass viele von uns zurzeit offener sind und Dinge ausprobieren, auf die sie sonst nie gekommen wären. Wir entdecken neue Reiseziele und Reisearten.

Für mich hieß Reisen bisher: ins Ausland gehen und das am besten so weit weg, wie möglich. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, in Deutschland Urlaub zu machen. Durch Corona hat sich diese Einstellung aber geändert. Weil ich nicht mehr so reisen kann, wie ich es gewohnt bin.

Als die Grenzen noch komplett geschlossen waren, habe ich mir deshalb angeschaut, was es in der Umgebung zu sehen gibt.
Fazit: wunderschöne Wanderwege, Burgen, Städte, die wirklich sehenswert sind. Also Dinge, die ich im Ausland besichtigen würde, für die ich mich aber in Deutschland nie interessiert habe.
Viel zu langweilig – dachte ich; zu Unrecht – habe ich festgestellt.
Bremen ist zum Beispiel eine Stadt, die ich nie auf dem Schirm hatte, die mir aber sehr gefallen hat. Außerdem ist Campen zurzeit zum absoluten Trend geworden. Für Viele ist es vielleicht das erste Mal und sie sind überrascht, wie gut ihnen diese Art des Reisens gefällt. Ohne die aktuelle Situation hätten sie das Campen womöglich nie ausprobiert.

Bremer Rathaus
das Bremer Rathaus

Das Reiseverhalten könnte sich also insofern verändern, dass wir neu entdeckte Reisearten und -ziele in unserer zukünftigen Planung berücksichtigen. Die Betonung liegt auf könnte, denn eines darf man nicht aus den Augen verlieren: wir befinden uns gerade in einer Ausnahmesituation und sind eingeschränkt. Wenn irgendwann “alles wieder beim Alten” ist und wir wieder so reisen können, wie wir es gewohnt sind, dann können die neu entdeckten Dinge auch schnell wieder in Vergessenheit geraten.

Weshalb sich (fast) nichts ändern wird

Wir alle haben unsere individuellen Vorlieben was das Reisen betrifft und die werden wir weiterhin beibehalten. Obwohl ich festgestellt habe, dass Deutschland auch schöne Ecken hat, werde ich trotzdem weiterhin lieber in ins Ausland reisen. Solche grundlegenden Dinge ändern sich nicht. Viele von uns hatten Reisepläne, die durch Corona unmöglich wurden. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ich scharre jetzt schon mit den Hufen und kann es kaum erwarten, bis ich endlich wieder in die Ferne reisen kann. Für mich ist klar, dass es dieses Jahr nichts mehr wird, aber hey, dafür spare ich jetzt und kann dafür (hoffentlich) nächstes Jahr öfter verreisen. So wie mir geht es sicherlich vielen. Und daran wird auch Corona nichts ändern.

Ein Punkt, der sich ändert, gibt es aber schon: Wir werden das Reisen mehr zu schätzen wissen. Es ist nämlich keine Selbstverständlichkeit, wie uns Corona gelehrt hat. Und deshalb freue ich mich, wenn wir wieder so frei durch die Welt verreisen dürfen wie zuvor.

Was meinst du? Wird sich unser Reiseverhalten verändern? Wenn ja, inwiefern?

2 Kommentare

Hi,
ja der geplatzte Traum…alles war schon fest,Flüge gebucht, Laden verkauft, Job gekündigt, aus der Wohnung mussten wir raus…nun sind wir seit 15.6. in Europa unterwegs…bisher Italien und Kroatien…wenn’s die Lage zulässt wird’s noch Österreich und dann wer weiß…
In mir hat es verändert,das ich keine bedenken mehr hatte vor der Reise, viele mehr nach/ bei Corona. Wir halten uns ständig auf dem laufenden und es ist denke ich eine gut Art den Sommer zu verbringen. In Deutschland, unsere Freunde hören sich noch so gestresst und hoffnungslos an. Wir sind echt froh den Schritt gewagt zu haben auch wenn aus Welt Europa bzw. Teile davon wurden. Wir werden sobald es geht, politisch und finanziell unsere Traumreiseland Australien besuchen und sicher nie wieder aufhören lange zu reisen…es entstehen viele Ideen und ich liebe die Freiheit nichts tun zu müssen.
Dafür möchte ich arbeiten und sparen…
dafür möchte ich einen besseren Beruf finden, denn in meinem Job sieht man Wechsel nicht gern. ( Erzieherin)
Auch bekomme ich mit jeder Reise etwas mehr Leichtigkeit und Ruhe,tiefe innere Ruhe.
Corona hat reisen etwas anstrengender gemacht,finde ich. Natürlich unsicherer…wir schauen sehr oft aufs Handy,belesen uns in Foren, bevor wir Grenzen, die noch vor nem viertel Jahr einfach zu passieren waren überschreiten möchten. Wir schauen noch mehr aufs Geld…weil wir so viel Verlust durch Buchungen und Aktientalfahrten haben. Wir genießen noch bewußter jeden schönen Moment.
Ich wünsche Dir und allen Reiseliebhabern, dass es wieder annähernd so angenehm zu reisen geht wie vor Corona.
Grüße Gundula

Hallo Gundula,
Vielen Dank für deinen Kommentar.
Da hat es euch ja noch schlimmer getroffen. Schade, dass eure Weltreise ins Wasser gefallen ist. Da steckte sicherlich ne Menge Planung und Arbeit drin :(.
Aber schön zu hören, dass ihr nun eine Europareise macht und das soweit klappt. Europa ist ja auch wunderschön und eure Weltreise werdet ihr bestimmt irgendwann nachholen, oder?
Nach Australien will ich unbedingt auch noch einmal. Ich war letztes Jahr dort und war sehr angetan von dem Land. Habt ihr schon Pläne, wo genau ich dort hin wollt?
Ich kann dir absolut zustimmen, Reisen tut wirklich gut, man lernt so viel über das Leben und sich selbst… und Corona hat das Reisen tatsächlich anstrengender und unsicherer gemacht, vor allem zurzeit, wo sich die Reisebeschränkungen ständig ändern…
Ich drücke uns allen die Daumen, dass wir möglichst bald wieder uneingeschränkt verreisen und unsere Traumreisen verwirklichen können!

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