London in weniger als 24 Stunden

London in weniger als 24 Stunden

Weniger als 24 Stunden Aufenthalt in London. Lohnt sich das überhaupt? Ob es möglich ist, die bekanntesten Sehenswürdigkeiten Londons in weniger als einem Tag zu besichtigen, liest du hier.

Mittlerweile gibt es oft günstige Flüge nach London und wenn du, wie ich, nicht immer die Möglichkeit für eine längere Städtereise hast, klingt so ein Kurztrip nach London natürlich verlockend. So verlief die Reise bei mir:

Die Planung

Folgende Sehenswürdigkeiten standen auf meiner To-Do Liste:
– Buckingham Palace
– Oxford Street
– London Eye
– Big Ben
– Picadilly Circus & Chinatown
– Tower Bridge

In London sind Unterkünfte wirklich sehr teuer, wer sparen will hat folgende Möglichkeiten:
– entweder man nimmt etwas weiter außerhalb des Zentrums und nimmt lange Fahrzeiten in Kauf
– oder man entscheidet sich für weniger Komfort und ist nah am Geschehen

Um möglichst viel Zeit zum Sightseeing zu haben, entschied ich mich für eine Unterkunft im Stadtteil Paddington, das relativ nah an der Oxford Street lag. Es war für Londoner Verhältnisse sehr günstig, es gab sogar Frühstück inklusive und ich wollte ja sowieso nur eine Nacht bleiben.

Das einzige was nun noch geplant werden musste, war der Transfer von Stansted nach London. Denn Stansted liegt ca. 55km entfernt von London!

Auch beim Transfer sieht es genauso aus wie mit den Unterkünften- entweder man hat Zeit oder Geld. Am günstigsten kommt man von Stansted nach London mit Fernbussen wie EasyBus, die kosten meist nur einige Pfund. Wenn man aber zur Rush Hour nach London will, muss man eine seeeehr lange Fahrzeiten in Kauf nehmen.

Schneller kommt man mit dem Stansted Express an. Er fährt alle 15 Min von Stansted ab und braucht nur ca. 45 Minuten. Ihr seid auch nicht an eine bestimmte Fahrzeit gebunden, sondern könnt einfach den nächsten nehmen, der kommt. Der Stansted Express fährt die Haltestellen Stratford, Tottenham Hale und Liverpool Street an. Ich empfehle euch die Liverpool Street- sie liegt im Zentrum und ihr braucht nicht lange zu den ersten Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel die Tower Bridge. Von den Preisen her ist der Stansted Express teuer (ca. 32 Pfund), es sei denn ihr bucht sehr weit im voraus, dann sind Tickets für 8 Pfund drin. Ansonsten könnt ihr auch sparen wenn ihr zu 2. seid oder in einer Gruppe fahrt.

London
Der Stansted Express an der Station Liverpool Street

Der Abflug

Los ging es am Nachmittag vom Flughafen Dortmund. Der Flug dauert nur eine gute Stunde (ca. 1:10) und schon war ich in Stansted. Bis dahin lief alles nach Plan. Jetzt nur noch in den Stansted Express und schon bin ich in London. Dachte ich. Bis ich die riesenlange Schlange zur Passkontrolle sah. Ja, das Vereinigte Königreich ist kein Mitglied des Schengen- Abkommens und demnach muss jeder seinen Ausweis zeigen. Dadurch ging viel Zeit verloren und ich war froh, mich für den Stansted Express entschieden zu haben.

Ankunft in London

Die Tower Bridge

Am späten Nachmittag (ca. 17 Uhr) kam ich an der Liverpool Street an und wollte direkt zur Tower Bridge, da es zu Fuß nur etwa 20 Minuten sein sollten. Der Weg dahin war wirklich spannend, denn es war Rush Hour, alle hatten Feierabend und wollten schnell nach Hause. Da wurden Verkehrsregeln außer Acht gelassen, Fußgängerströme liefen über rote Ampeln, Autos hupten wie wild. Stress pur! London ist einfach eine schnelllebige Stadt und das muss man mögen!

Irgendwann bin ich dann angekommen und konnte die wunderschöne Tower Bridge sehen. Direkt danach ging es weiter zum Hotel, denn das musste ja auch noch gefunden werden. Also rein in die U- Bahn und los nach Paddington. Und hier ein Tipp für die Tickets: Nehmt eure Kreditkarte mit! Denn wenn ihr euch Tickets kaufen wollt, kosten die um die 5 Pfund. Mit der Kreditkarte bezahlt ihr etwa die Hälfte und schneller geht es auch. Einfach die Karte an die Schranke halten und schon seid ihr durch.

London Underground
die London Underground

Buckingham Palace

Als ich am Hotel ankam, war es mittlerweile schon dunkel (ca. 19-20 Uhr) und meine To-Do Liste konnte gerade mal eine von sechs gesehen Sehenswürdigkeiten verbuchen. Ich entschloss mich die Oxford Street und Picadilly Circus auf den nächsten Tag zu verlegen (um kurz nach 10 Uhr war Abfahrt zum Flughafen) und machte mich auf den Weg zum Buckingham Palace. Zu Fuß. Sollte ja alles ganz nah sein.

Eins kann ich euch sagen. Wenn es dunkel ist, ist es noch schwerer etwas zu finden. Ja, ich weiß. Das ist doch klar. Ich dachte aber, alles ist so gut beschildert, beleuchtet und es werden so viele Menschen auf dem Weg dahin sein. Das finde ich bestimmt. Irgendwann habe ich es auch gefunden.Nach einem ewigen Fußmarsch (Nein, von Paddington zum Buckingham Palace sind es nicht 30 Minuten, nehmt lieber Bus oder Bahn!) war ich dort und zu meinem Erstaunen war es komplett leer. Kein Mensch. Niemand. Ich hätte wenigstens ein paar Touristen erwartet, aber nichts, gespenstige Leere und Stille. Ein Gutes hatte das natürlich, ich konnte in Ruhe Fotos machen, ohne das sich irgendwelche Touristen auf meinem Bild verrirten.

Big Ben und London Eye

Big Ben in London
der Big Ben

Ich verbrachte nicht viel Zeit am Buckinham Palace, denn ich hatte ja schon viel Zeit für den Weg dahin vergeudet und ich hatte noch einige Punkte auf meiner Liste. Weiter ging es zum Big Ben und London Eye. Die beiden Sehenswürdigkeiten liegen zum Glück nicht weit voneinander entfernt, so konnte ich zwei Fliegen mit einer Klape schlagen. Der Weg vom Buckingham Palace zum Big Ben war auch nicht so weit (ja, ich bin weiter zu Fuß gelaufen!). Der Big Ben im Dunkeln ist wirklich atemberaubend! Auf dem Bild sieht er nicht Mal halb so schön aus wie er in echt aussieht. Auch das London Eye sieht im Dunkeln schöner als tagsüber aus.
Als ich dort ankam war es übrigens schon so spät, das viele Läden dabei waren zu schließen. Ich denke es war kurz vor 22 Uhr und ich weiß nun wie naiv ich war. Ich dachte London wäre ein Stadt, die NIE schläft. Dabei macht es Sinn, das dem unter der Woche nicht so ist.

London Eye
London Eye

Da ich bis dahin noch nichts Vernünftiges gegessen habe, entschloss ich mich so schnell wie möglich (also endlich mit der U- Bahn) zurück nach Paddington zu fahren, da ich nicht wusste, wie lange Pubs und Restaurants geöffnet hatten. Gegen 23 Uhr war ich in Paddington und der Tag war für mich beendet. Stand der To Do- Liste: 4 von 6 abgehakt. Wann hab ich denn das geschafft?

Kurz vor Abflug

Am nächsten Tag war ich früh wach, um zumindest noch schnell die Oxford Street zu sehen. Um ca. 10 Uhr wollte ich den Stansted Express zum Flughafen nehmen, da der Flug um etwa 13 Uhr los ging. Dank der guten Lage meines Hotels war ich nach etwa 10 Minuten Gehzeit dort. Die Geschäfte waren noch geschlossen, aber es waren schon sehr viele Menschen (wahrscheinlich auf dem Weg zur Arbeit) unterwegs. Dort erlebte ich ein Szenario, dass ich so nicht erwartet hatte. Außer dem Lärm des Straßenverkehrs war es still. Kein Mensch redete. Ich frage mich, ob es dort jeden Tag so zugeht, aber es war merkwürdig zu sehen, wie so viele Menschen still nebeneinander her gingen.

So ging mein nicht mal 24 Stunden dauernder Londontrip zu Ende. Am Ende habe ich tatsächlich 5 von 6 geplanten Sehenswürdigkeiten gesehen. Es ist also machbar. Erst Recht, wenn man schon ab den frühen Morgen in London ist. Aber es ist auch stressig und man sollte vieles im Voraus planen. London ist viel größter, als ich in Erinnerung hatte und das war mein Fehler. Ich wollte überall zu Fuß hin und es dauerte länger als geplant. Ich konte die meisten Sehenswürdigkeiten erst sehen, als es schon stockdunkel war. Trotzdem war dieser kurze Trip ein Erlebnis. Ich habe viel gesehen (Sehenswürdigkeiten im Dunkeln haben ja auch ihren Reiz) und die Schnelllebigkeit der Londoner selbst erlebt.

Na, wie wärs? Habt ihr auch Lust eine Metropole in nur 24 Stunden zu erleben?

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