Purikura: Wie der japanische Fotoautomat funktioniert

Purikura: Wie der japanische Fotoautomat funktioniert

Japan hat nicht nur Karaoke als Freizeitbeschäftigung zu bieten. Mindestens genauso populär und vor allem bei japanischen Teenagern beliebt ist Purikura. Dabei handelt es sich um Fotoautomaten, in denen man mit Freunden (lustige) Fotos macht und diese anschließend beschriften und verzieren kann. Zu Beginn können die einzelnen Schritte aber ganz schön verwirrend sein. Deshalb erkläre ich dir hier, wie Purikura funktioniert.

Was ist Purikura?

Während Fotoautomaten in Deutschland nur mit langweiligen Passfotos verbunden werden, haben die Japaner mit Purikura eine wirklich unterhaltsame Freizeitbeschäftigung erfunden. Purikura (sprich: prikra) ist eine Abkürzung für das englische Wort “print club” und dem entspricht es im Prinzip auch: man schießt nicht einfach nur Fotos, sondern bearbeitet diese danach. Und genau darin liegt der größte Spaß. Wie genau ein Purikura aussieht und funktioniert, zeige ich euch im Folgenden.

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Die Auswahl des Purikura-Automaten

Es gibt viele verschiedene Purikura– Automaten, die andere Themen oder Designs anbieten, so gibt es zum Beispiel welche, die euch wie Barbie aussehen lassen oder unterschiedliche Hintergründe bieten. Wenn ihr einen Fotoautomaten gefunden habt, der euch gefällt, dann werft ihr die Münzen ein und folgt den Anweisungen auf dem Bildschirm. Zum Glück kann man Englisch als Sprache auswählen, sodass es kein Problem damit geben sollte. Meistens sucht ihr hier eure Hintergründe aus und wählt, wie ihr auf den Fotos aussehen wollt (z.B. hübsch oder natürlich). Wenn ihr damit fertig seid, zeigt der Bildschirm an, dass ihr in die Box rechts gehen sollt.

1. Schritt: die Fotobox

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so sieht der Raum aus, in dem die Fotos gemacht werden

Drin angekommen folgt ihr wieder den Anweisungen auf dem Bildschirm. Achtet auf die Markierungen am Boden, damit ihr gut auf den Fotos zu sehen seid. Es bleibt euch nicht viel Zeit, also achtet immer auf den Zähler auf dem Bildschirm! Wenn nicht schon draußen passiert, werden euch noch einige Beispielposen angezeigt, ihr wollt ja keine langweiligen Passfotos schießen.

Und dann geht es los…Posiert für eure Fotos und denkt daran, dass mehrere Fotos gemacht werden (ca. 6). Wundert euch nicht, dass ihr auf den Fotos ganz anders ausseht, denn Purikura “hübscht” euch ein wenig auf, größere Augen, längere Beine, perfektes Make-up, etc.. Es kann aber auch passieren, dass etwas daneben geht und beispielsweise der rote Lippenstift statt auf euren Lippen, in eurem Gesicht landet ;).
Sobald das Fotoshooting zu Ende ist, werdet ihr in den nächsten Raum geschickt.

2. Schritt: die Bearbeitung der Fotos

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Hier könnt ihr eure Bilder verzieren

Hier könnt ihr den Künstler in euch rauslassen. Da man normalerweise mit Freunden ins Purikura geht, kann man die Bilder zu zweit bearbeiten. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie ihr Bilder verschönern könnt. Ihr könnt mit euren Stiften auf euren Bildern malen und schreiben oder fertige Beschriftungen, Verzierungen und Sticker wählen. Achtet dabei aber auch hier auf den Zähler, denn eure Zeit ist begrenzt. Wenn ihr fertig seid, könnt ihr euch aussuchen, wie eure Bilder ausgedruckt werden sollen. Ihr könnt beispielsweise ein Lieblingsbild auswählen, dass größer als die anderen Fotos sein soll. Manche Purikura bieten auch spezielle Designs für die Bilder aus.

3. Schritt: Abholung der fertigen Fotos

Nachdem ihr auf “Print” geklickt habt, geht ihr aus der Box raus und an der Seite findet ihr einen weiteren Bildschirm, der euch anzeigt, dass die Bilder gedruckt werden. Hier könnt ihr auch eure Emailadresse angeben, damit euch die Bilder zugeschickt werden. Leider ist diese Möglichkeit begrenzt, weil man meistens nur japanische Mailadressen angeben kann. Aber so schlimm ist das nicht, denn ihr habt ja eure ausgedruckten Fotos.

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Wer in Tokio ist, der findet zum Beispiel ein Purikura in der Takeshita Street in Harajuku, dem wohl verrücktesten Viertel Tokios. Dort kann man sich sogar kostenlos Kostüme ausleihen. Ich hatte wirklich viel Spaß im Purikura und finde es schade, dass es sowas (fast) nicht in Deutschland gibt!

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